Training, das Spaß macht – und großartig aussieht

Ein Target ist ein Gegenstand, auf den wir dem Hund beibringen, seine Pfoten oder seine Nase zu platzieren. Das kann eine Kiste sein, auf die der Hund die Vorder- (oder auch Hinter-)pfoten stellt, eine Box, in die er hineingeht, oder auch einfach ein Brett – eigentlich alles, was Ihnen einfällt und sich als spannende Herausforderung für Ihren Hund eignet.

Wie beginnen wir mit dem Target-Training?

Vielleicht klingt es unglaublich, aber die Übung, bei der der Hund beide Vorderpfoten auf das Target legt, entwickelt er ganz von selbst. Diese Trainingsmethode nennt man Shaping (Formen von Verhalten). Dabei belohnen wir schrittweise die richtigen Ansätze, bis der Hund die komplette Übung ausführt.

1. Rufen Sie Ihren Hund zu sich, belohnen Sie ihn ggf. für Blickkontakt und kündigen Sie das Training an. Ein Startsignal ist sehr wichtig – wir verwenden zum Beispiel „WIR TRAINIEREN“.

2. Nehmen Sie das Target (achten Sie darauf, dass es nicht auf dem Boden rutscht) und legen Sie es bewusst vor Ihren Hund. Machen Sie das so, dass Ihr Hund das Target die ganze Zeit im Blick hat. Sie können es leicht bewegen oder damit „spielen“, um es möglichst interessant zu machen und die Aufmerksamkeit zu wecken. Wenn Ihr Hund nicht ruhig warten kann, halten Sie ihn einfach am Halsband fest.

3. Ihr Hund wird das Target neugierig untersuchen und daran schnuppern. In diesem Moment setzen Sie ein verbales Markerwort (oder einen Klicker, falls Sie damit arbeiten) und legen die Belohnung direkt auf das Target, sodass der Hund sie dort aufnimmt. Wiederholen Sie diesen Schritt mehrmals.

4. Ihr Hund beginnt zu verstehen, dass die Belohnung mit dem Target zusammenhängt.

5. Beim nächsten Versuch erhöhen Sie die Anforderungen leicht. Es reicht nicht mehr, das Target nur anzusehen oder zu beschnuppern. Wenn Ihr Hund keine Belohnung für das gewohnte Verhalten bekommt, wird er anfangen, Neues auszuprobieren. Beobachten Sie das ruhig – es ist faszinierend zu sehen, wie Hunde dabei „mitdenken“. Sobald er eine Pfote auf das Target setzt, markieren Sie dieses Verhalten sofort und belohnen ihn so, dass die Pfote auf dem Target bleibt.

6. Hat er eine Pfote sicher auf dem Target, arbeiten Sie auf die zweite hin – wieder, indem Sie abwarten, was Ihr Hund anbietet. Vergessen Sie nicht, weiterhin direkt auf dem Target zu belohnen, um das Verhalten zu festigen.

7. Das Signalwort, zum Beispiel „TARGET“, führen Sie erst ein, wenn Ihr Hund zuverlässig mit beiden Pfoten auf das Target geht.

8. Dieser Trainingsaufbau braucht Zeit. Arbeiten Sie in kleinen Einheiten, mit Pausen und nur wenigen Wiederholungen. Gerade am Anfang reichen ein paar Minuten völlig aus – hören Sie immer auf, wenn es am schönsten ist.

Warum nicht gleich ein Kommando verwenden?

Worte haben für Hunde zunächst keine Bedeutung. Erst nach und nach verknüpfen sie Signale mit bestimmten Handlungen. Wenn Sie von Anfang an ein Kommando sagen, während das Target vor dem Hund liegt, könnte er es falsch interpretieren – zum Beispiel nur anschauen statt darauf zu steigen. Außerdem ist es ein zusätzlicher Faktor, auf den er sich konzentrieren müsste.

Welche Belohnung ist am besten?

Damit sich Ihr Hund voll auf das Training konzentriert, arbeiten wir mit Leckerlis als Belohnung.

Warum überhaupt Target-Training?

Durch das Training mit dem Target lernt Ihr Hund, seine Pfoten bewusst einzusetzen. Die Vorderpfoten sind einfacher, aber mit etwas Geduld klappt es auch mit den Hinterpfoten. Das erleichtert ihm später die Bewegung auf verschiedenen Untergründen. Planen Sie, mit Dogfitness zu beginnen? Für Balanceübungen ist es wichtig, dass sich Ihr Hund zunächst sicher auf stabilen Trainingsgeräten bewegt.
 

Auch das Einnehmen der Position „bei Fuß“ wird mit Target-Training deutlich einfacher. Legen Sie das Target neben Ihr linkes Bein – Ihr Hund kennt das Prinzip bereits und wird sich daraufstellen. Belohnen Sie ihn und warten Sie, bis er sich korrekt ausrichtet. Schon bald wird er die Position von selbst einnehmen – und sie sogar gerne ausführen.

Möchten Sie Ihrem Hund beibringen, sich von Ihnen zu entfernen? Legen Sie einfach ein Target an die gewünschte Stelle und schicken Sie ihn los – er wird direkt darauf zulaufen. Die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, egal ob Sie Tricks trainieren oder klassische Unterordnung bevorzugen.

Später können Sie auf flache oder rechteckige Targets umsteigen, damit Ihr Hund die Pfoten sauber nebeneinander platziert. Das ist besonders hilfreich beim Training von Positionen wie Sitz, Platz oder Steh.

Also: Viel Spaß beim Training!
Es macht nicht nur Freude, sondern stärkt auch die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund – und genau darum geht es.

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